07.10.2019 – Amazonische Spuren in Bayern – Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie.

Kurzfilm und Podium mit Perspektiven aus Kunst, Literatur, Gesellschaft und Religion

Am 6. Oktober 2019 startet in Rom eine außergewöhnliche Bischofsversammlung zum Thema Amazonien und zur Bedeutung dieser weit entfernten Region für die gesamte Erde und die Weltkirche.

Die Länder des Amazonasbeckens mit ihren Regenwäldern haben eine lebenswichtige Funktion als „Lunge der Erde“. Gleichzeitig faszinieren sie mit dem kulturellen und spirituellen Reichtum indigener Völker und der Innovationskraft urbaner Zentren. Der Blick auf die dortige Lebensrealität mit all ihren Bedrohungen und Schätzen kann auch uns in Europa inspirieren zu einem naturnahen, widerständigen und zukunftsfähigen Lebensstil.

Bereits vor 200 Jahren brachen erste deutschsprachige Expeditionen in den brasilianischen Regenwald auf, um die dortige Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden. Der naturkundlich-dokumentarische Kurzfilm Das Siebengestirn: 200 Jahre Brasilienexpedition des Naturforschers Carl Friedr. Philipp von Martius (2017; 25 min) bietet einen ungewöhnlichen Einstieg in die Thematik und sensibilisiert für den Artenreichtum Amazoniens. Die Filmemacherin Angelika Weber steht für Fragen zur Intention des Films zur Verfügung.

Die Wissenschaftler*innen auf dem Podium schlagen dann aus ihren Fachrichtungen den Bogen zur Situation Amazoniens in der heutigen Zeit: Die Kunsthistorikerin Edith Heindl würdigt die naturhistorischen Reisezeichnungen des damals noch intakten und unerforschten Ökosystems als Motivation, ökologische und ethische Verantwortung für Amazonien heute zu übernehmen. Die Brasilianistin Katrin Nissel verdeutlicht am Beispiel der ver- und entzaubernden Cantares Amazonicos des Dichters João de Jesus Paes Loureiro die Kraft von Mythen als immaterielles kulturelles Erbe Amazoniens und den lyrischen Aufruf zum Widerstand gegen die Ausbeutung der Natur und gegen Menschenrechtsverletzungen. Der katholische Priester Martin Nissel erzählt von seinen Erfahrungen vor Ort, was christlich motiviertes Engagement in Amazonien bewirkt und von seinen Hoffnungen, wie die Amazonien-Synode die gesamtkirchliche Erneuerung beflügelt.

Politisch wird das Bewusstsein für den ökologischen, kulturellen und spirituellen Reichtum Amazoniens immer bedeutender, seit mit der Machtübernahme des rechtsgerichteten Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, die Zerstörung des Regenwaldes und die Bedrohung indigener Lebensräume eine neue Dimension erlangt.

Podiumsgäste:

Dr. Edith Heindl, Kunsthistorikerin, Regensburg

Katrin Nissel M.A., Brasilianistin und Dozentin für Interkulturelle Kommunikation, Hochschule Bremen

Martin Nissel, kath. Pfarrer mit Bolivien-Erfahrung, Straubing St. Josef

Angelika Weber M.A., Filmemacherin, München

 

Ergänzt um Wortbeiträge der Kooperationspartner vor Ort:

Dr. Bernhard Widmann, Leiter TFZ, Technologie- und Förderzentrum Straubing

Josef Groß, Leiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing

Andreas Molz, Kreisgruppe Straubing-Bogen BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Moderation:

Beate Eichinger M.A., Dipl.-Theol., Leiterin der Fachstelle Umwelt & ökosoziale Gerechtigkeit,
Hauptabteilung Seelsorge, Bistum Regensburg

Eine Veranstaltung der Trägerkooperative
BISTUM REGENSBURG – HAUPTABTEILUNG SEELSORGE –
FACHSTELLE UMWELT UND ÖKO-SOZIALE GERECHTIGKEIT

KEB
KATHOLISCHE ERWACHSENENBILDUNG
IM LANDKREIS STRAUBING-BOGEN UND IN DER STADT STRAUBING E.V.

TFZ, Technologie- und Förderzentrum Straubing

BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Straubing

 

Datum: Mo., 07.10.2019

Beginn: 19.00 Uhr

Info-Blatt-Download als PDF-Dokument 

Eintritt frei – Spenden erbeten

 

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